Tuggen II - Bären und andere Hayvans

05.06.2017

Hat den Hockeygott den Neid gepackt? Anders lässt sich diese Verkettung von betrüblichen Kuriositäten wohl nicht erklären, die sich kürzlich ereignet hat. Es war das spielfreie Wochenende von Tuggen 2, als irgendwo im Land der Mostindianer die erste Mannschaft der Tuggner auflief. In ihren Reihen auch Team 2 Aggressive Leader Philip Zellweger, aufgeboten und ausgezogen um den Thurgauern das Fürchten zu lehren ­– und bei Gelegenheit noch ein Gläsli Apfelmost zu degustieren. Doch daraus wurde nichts. Der Trashtalk-Tornado fegte zwar gewohnt lässig über das Feld und befolgte auch brav das von ihm selbst aufgestellte «Head Up»-Gebot. Nur leider nutzte ihm dies im Rückwärtsgang herzlich wenig. Er prallt ungebremst in den Schiedsrichter, der ihn für einmal, ganz ungewohnt, mit schlechtem Gewissen (und unbestimmten Verletzungen) vom Platz schicken musste. Ein Skandal sondergleich, der selbst beim G7-Gipfel für Diskussionen und schliesslich sogar Handgreiflichkeiten sorgte. Als Montenegros Premierminister Dusko Markovic Zellweger als «Teampussy» bezeichnete, griff Donald Trumpf beherzt und gewohnt konstruktiv ein und schubste ihn. Für seine Zivilcourage bekam Donald am Abend zum Kügeli Schoggiglace sogar noch Schlagrahm und Smarties.

 

Das Tuggen-2-Lager erreichte die Nachricht von Zellwegers Schicksal via Snapchat. Das Foto von Philip auf der Trage der Sanitäter, ausnahmsweise von Qual und Weh und nicht Kraut und Malz-Hopfen-Tee in Trance, hatte die Unterschrift: «good game, bad day..». Die Gutebesserung-Tweets von seinen Promifreunden liessen nicht lange auf sich warten. Sofort zwitscherte Mick Jagger #A rolling stone gathers no moss («Ein rollender Stein setzt kein Moos an»), vor allem wegen der liberalen Einstellung der Clubgründer zu Betäubungsmitteln und natürlich dem Clubnamen ein bekennender Fan von Rolling Stoned. Aber auch Lord Somersby drückte seine Anteilnahme aus  #An appledrink a day keeps the doctor away («Ein Apfelsäftli am Tag und der Arzt bleibt, wo er mag») und lud seinen alten Kumpanen Zälli zu seiner nächsten Promi-Party ein. Ganz schön aber auch das Sprüchli von Beatrice Egli #Mein Herz es brennt. Während sich noch eine Horde Groupies (in Zellwegers Fall auch «Zellieber» genannt – nicht zu verwechseln mit den Verehrerinnen von Justin Bieber, die «Belieber» heissen und zu denen Philip selbst gehört) um ihn kümmerte und Team-1-Coach Walser überlegte, wie er dem Trainer-Staff der zweiten Mannschaft Zellwegers Unfall schonend beibringen kann, klärten die Team-2-Akteure bereits wichtige Fragen wie: «Wer wird zur neuen Teampussy?», «Wer übernimmt die Rolle des Aggressive Leaders?» und am aller wichtigsten: «Wer besorgt jetzt den Stoff?» Selbstverständlich ist die Rede von isotonischen Getränken...

 

Nun denn, die Spieler mussten den Schock schnell verdauen, immerhin stand das Spiel gegen die Grizzlys kurz bevor. In kleinen Trauerbewältigungs-Gruppen verarbeiteten die Tuggner den Verlust zunächst mental, anschliessend wurde in Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft intensiv am Trashtalk gearbeitet, um den Hünen aus Hünenberg Paroli bieten zu können. Ausserdem stockte Coach Riederer das Team mit einigen Hitzköpfen auf, um die verlorene Aggressivität zu kompensieren. Aus der dritten Mannschaft stiessen Kevin Eggler und Loris Pfister dazu. Zweiterer zeigte schon im Spiel gegen Sursee, dass er eine enorme Verstärkung sein kann. Auch Michael Bollhalder aus der 4.-Liga wäre mit 68 Strafminuten in 10 Spielen eine sicherlich gute Option für etwas Schuss im Kaffiwundertüte gewesen. Doch da seine Freundin das Tor der Grizzlys hütet, hielt Coach Riederer einen Einsatz von ihm in vielerlei Hinsicht für zu Riskant. Das Debüt in der NLB gab dafür Junior Kim Lang, was Alters- und Gewichts-Durchschnitt enorm senkte.

 

Dank diesen Massnahmen war der Auftritt der Wundertüten-Truppe dann auch einiges ansehnlicher als beim Hinspiel in Hochdorf (Anmerkung der Redaktion: Damals verlor man 8:0), als das Spiel der Szene aus dem Film «The Revenant» («Der Rückkehrer»)  glich, als Leonardo DiCaprio von einem Grizzly derart verkloppt wird, dass er sich nur noch mit der Kraft seiner Arme durch die Wildnis schleppen mag. Doch wie im Film kehrten auch die Tuggner gestärkt aus dieser Begegnung zurück und nahmen die Revanche zu Hause in Kaltbrunn erhobenen Hauptes an.

Das Gerangel mit den Bären war dann auch lange Zeit auf Augenhöhe. Nach elf torlosen Minuten kam in der zwölften und dreizehnten Minute der Doppelschlag der Grizzlys. In vergangenen Partien hätten die Tuggner zu diesem Zeitpunkt schon «Feurio!» geschrien und Stossgebete in Richtung Erzbischof Fick ins Knie gesandt. Doch diesmal gaben sie sich nicht so schnell auf. So gelang Nachwuchshoffnung Kim Lang der Anschlusstreffer. Kurze Zeit später dann aber wieder zwei Tore innert weniger Minuten für die Hünen. War jetzt der Mist geführt? Von wegen! Die Tuggner kamen bis auf 5:4 heran. Torschütze zum Anschlusstreffer: Loris Pfister, der trotz bereits einer Partie in den Beinen dank seines Limmetten-Trünklis wie ein Duracell-Häschen an der Starkstromleitung über das Feld flitzte. Für Tuggen getroffen hat aber selbstverständlich auch der Topscorer Jan Kessler. Keine Tatze oder Pranke konnte den Tuggner Hayvan (Das Wort Hayvan kommt es aus dem türkischen und bedeutet so viel wie Tier. Der Begriff wird oft aber als abwertend oder gar als Beleidigung benutzt – nicht so vom Autor!!!) stoppen. Er schaltete in den Hayvan-Modus (Mit dem Hayvan-Modus ist gemeint, dass sich eine Person etwas asozial benimmt. Hat sich zum Beispiel eine Person auf einer Party nicht gerade gut benommen oder ist wütend geworden, dann wird dies häufig als Hayvan-Modus bezeichnet.) und tankte sich mit einem sehenswerten Solo mitten durch die Abwehrreihen der Hünenbären. Rund zehn Minuten vor Schluss brachen die Tuggner dann aber ein. Innert weniger Minuten zogen die Grizzlys mit einigen gekonnt geführten Angriffen auf 10:4 davon. Damit sah das Resultat wieder deutlich schlimmer aus als der tatsächliche Spielverlauf. Fast hätten die rollenden Krautpaffer die Grizzlybären niedergerungen. Zehn Minuten und ein paar Tore fehlten. Immerhin setzten die Tuggner dank Simon Lutz den Schlusspunkt zum 5:10...

 

Langsam sollte auch der Autor den Schlusspunkt setzen. Noch ein paar Anmerkungen müssen aber sein. Abwesend im Grizzly-Kampf waren Remo Largo und Roberto Mettler. Largo wird wegen seiner guten Leistungen im Spiel gegen Sursee in seiner Heimat dem Glarnerland der Hexerei bezichtigt und gejagt. Er musste deshalb kurzzeitig einzig mit einigen Zaubersprüchen von Anna Göldi bewaffnet untertauchen, um dem Scheiterhaufen zu entgehen. Mittlerweile kann er im Zigerschlitz nur noch mit Burka auf die Strasse. Der Autor hat in Tuggen um Asyl für ihn gebeten. Oberturner Mettler dagegen erlebte ein äusserst erfolgreiches Wochenende. Er ergatterte in seiner Paradedisziplin Bierkrugaufschwung eine Finalteilnahme unter den letzten 30 und besiegte schliesslich am Final-Table bzw. Final-Festbank seine Konkurrenz restlos. Speziell zu erwähnen gilt es ausserdem David Knobel, der sowohl in Sachen Unruhestiften (9 Spiele, 26 Strafminuten) als auch Frisur immer mehr Kim Jong Un gleicht und Captain Rothe, der in der Hitzeschlacht gegen die Hünenbären einiges an Wasser und Alkohol ausgeschwitzt/verloren hat und deshalb wieder auf geschätzte 180-Kilo abgefallen ist. Seine neue Weisheit dann im nächsten Bericht... Im Gewinnspiel hat übrigens Dr. Felix Fogelstreu abgeräumt. Der Autor gratuliert! Nächstes mal dann auch noch seine exakte Analyse von Captain Rothes tiefschürfender Scharfsinnigkeit. Dr. Fogelstreu gewinnt ein VIP-Package ans nächste Heimspiel von Tuggen 2 – freie Sitzpaltzwahl (sofern noch nicht belegt) und ein Glace von Bea im Matchbeizli auf Kosten des Autors.

 

Herzlichst, euer Autor

 

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